Das Geheimnis der Wolfs-Raststätte: Nach 40 Jahren erfährt er die grausame Wahrheit
Bisher geschehen: Als Thomas an einem verregneten Abend in einer Raststätte Suppe isst, flüstert ihm ein fremdes Mädchen eine Warnung zu. Wenig später bricht sein ganzes Leben zusammen.
Ein Netz aus Lügen
Das Wort hallte wie ein Donnerschlag durch den spärlich beleuchteten Raum. Der Mann, der sich als Lukas vorstellte, trat hastig an den Tisch. Seine Augen waren feucht, als er Thomas musterte. „Greta ist meine Schwester“, flüsterte er mit bebender Stimme. „Und du... du musst Thomas sein. Wir haben dich seit vierzig Jahren gesucht. Meine Schwester hat dieses Emblem entworfen, damit unsere Familie sich erkennt, falls wir jemals eine Spur von dir finden.“
Thomas fühlte, wie der Boden unter seinen Füßen nachgab. Die letzten vierzig Jahre seines Lebens, die Isolation, die ständige Angst vor Gerds Zorn – alles basierte auf einer grausamen Lüge. Gerd war nicht sein Vater. Er war sein Entführer. Er hatte Thomas als Kleinkind aus einem Park gestohlen, um ihn als Druckmittel und willfährigen Helfer für seine kriminellen Machenschaften aufzuziehen.
Doch für Erklärungen blieb keine Zeit. Ein schwerer Schritt ertönte auf den Holzdielen. Gerd war zurückgekehrt. Als er Lukas und das Mädchen an Thomas' Tisch sah, verfinsterte sich seine Miene augenblicklich. Seine Hand glitt unter seine schwere Jacke und brachte eine schwarze Schusswaffe zum Vorschein. Zur gleichen Zeit traten der Wirt der Raststätte und ein weiterer stämmiger Mann aus der Küche und versperrten die Ausgänge.
„Du hättest deine Suppe essen und den Mund halten sollen, Thomas“, zischte Gerd mit einer Stimme, die jegliche Menschlichkeit vermissen ließ. „Und ihr beide habt euch zur falschen Zeit am falschen Ort eingemischt.“
Lukas schob das kleine Mädchen schützend hinter sich, während er versuchte, die Ruhe zu bewahren. Doch die Mündung von Gerds Waffe war unbarmherzig auf das Kind gerichtet. „Lass das Kind gehen, Gerd. Es ist vorbei“, forderte Lukas mit fester Stimme, doch die Schweißtropfen auf seiner Stirn verrieten die tödliche Gefahr. Gerd lachte nur kalt. Er stellte Thomas vor ein grausames Ultimatum: Entweder er fügte sich wieder seinem Schicksal und folgte Gerd schweigend, oder das kleine Mädchen würde sterben.
”Er stellte Thomas vor ein grausames Ultimatum: Entweder er fügte sich wieder seinem Schicksal und folgte Gerd schweigend, oder das kleine…