Wie der grausame Scherz meines Ex-Freundes auf einer eisigen Brücke mein Leben für immer veränderte
Bisher geschehen: Als Lukas meine gelbe Jacke über dem eisigen Abgrund baumeln ließ, ahnte er nicht, welches Geheimnis darin eingenäht war – bis das dumpfe Grollen schwerer Motoren die Brücke erzittern ließ.
Die schweren Motorräder kamen mit quietschenden Reifen und aufspritzendem Schnee direkt vor uns zum Stehen. Die Motoren liefen mit einem dumpfen, ohrenbetäubenden Grollen weiter, das die Luft vibrieren ließ. Lukas wich instinktiv einen Schritt zurück und drückte meine gelbe Jacke fest an seine Brust. Seine anfängliche Arroganz war wie weggewischt; in seinen Augen spiegelte sich nackte Panik wider.
Das Erbe am Abgrund
Der Anführer der Biker stellte seine schwere Maschine ab und nahm langsam den Helm ab. Ein raues, wettergegerbtes Gesicht kam zum Vorschein. Es war Roland, der treueste und älteste Freund meines verstorbenen Vaters. Mein Vater hatte ihm kurz vor seinem Tod einen Brief anvertraut, für den Fall, dass Lukas und seine Familie versuchen würden, uns zu betrügen. Roland hatte sein Versprechen gehalten und war gekommen, um uns zu beschützen.
„Lass die Jacke fallen, Junge“, sagte Roland mit einer Stimme, die so kalt und unerbittlich klang wie das Eis unter uns. „Das Spiel ist aus. Wir wissen alle, was du getan hast.“
Lukas blickte gehetzt von Roland zu den anderen Bikern, die finster dreinschauten. Er wusste, dass er körperlich keine Chance hatte. Doch anstatt aufzugeben, trieb ihn die Enge in den Wahnsinn. Mit einer schnellen Bewegung zog er ein silbernes Sturmfeuerzeug aus seiner Tasche und zündete es an. Die kleine, bläuliche Flamme tanzte im eisigen Wind.
„Keinen Schritt weiter!“, schrie Lukas hysterisch. Er hielt die gelbe Jacke mit einer Hand weit über das Brückengeländer, während er die Flamme des Feuerzeugs bedrohlich nahe an den Stoff hielt. „Wenn mir jemand zu nahe kommt, lasse ich sie brennen! Und dann fliegt sie in den Fluss! Euer kostbares Testament wird zu Asche, bevor es das Wasser berührt!“
Sarah hielt den Atem an, und auch mir stockte das Herz. Ein einziger Funke würde genügen, um unsere letzte Hoffnung auf Gerechtigkeit zu vernichten. Roland hob beschwichtigend die Hände, doch seine Augen blieben auf Lukas gerichtet. Die Spannung auf der Brücke war kaum zu ertragen; jede falsche Bewegung konnte die Katastrophe auslösen.
”Die Spannung auf der Brücke war kaum zu ertragen; jede falsche Bewegung konnte die Katastrophe auslösen.