Verrat · Geschichte

Wie ein königlicher Verrat meinen eigenen Sohn in die tödliche Arena trieb

Wie ein königlicher Verrat meinen eigenen Sohn in die tödliche Arena trieb — Teil 1
Bild aus dem Originalvideo

Das Urteil im Sand

Die Hitze im Kolosseum von Solaria war erdrückend. Tausende Kehlen schrien nach Blut, während der Staub der Arena in den hellen Sonnenstrahlen tanzte. Auf der goldenen Tribüne stand Thomas, der Berater der Krone, im prachtvollen Gewand da. Mit einer herrischen Geste hob er die Hand, um das aufgepeitschte Volk zum Schweigen zu bringen. Seine Stimme dröhnte durch die gewaltigen Steinmauern: „Wer das Ungeheuer tötet, erhält ein Kilogramm Gold des Königreiches!“

Doch unter den Rängen wartete kein stolzer Gladiator. Als sich die schweren, eisenbeschlagenen Holztore mit einem dumpfen Knarren öffneten, stolperte ich hinaus. Mein Name ist Leo. Ich bin kein Kämpfer. Ich trug nur eine zerrissene Tunika, und mein Herz hämmerte wild gegen meine Rippen. Hinter mir ertönte ein markerschütterndes Brüllen. Eine gigantische, von leuchtenden Kristalladern durchzogene Steinbestie brach aus der Dunkelheit hervor. Ihre Schritte ließen den Boden erbeben, während ich in nackter Panik um mein Leben rannte.

Ich warf mich zur Seite, als eine gewaltige Klaue nur Zentimeter an mir vorbeisauste. Der heiße Wüstensand peitschte mir ins Gesicht. Als ich mühsam wieder auf die Beine kam, spürte ich ein unerträgliches Brennen auf meiner Brust. Ich blickte an mir herab. Eine tiefrote, glühende Schramme zog sich über meine Haut – das giftige Mal der Bestie. Keuchend suchte ich nach Luft, unfähig zu begreifen, wie ich in diesen Albtraum geraten war.

Weit über mir, auf dem königlichen Balkon, stand mein Vater, König Richard. Seine silberne Krone schimmerte im Licht, doch sein Gesicht war starr vor Entsetzen. Seine Augen weiteten sich, als er das Mal auf meiner Brust erkannte. Mit zitternden Lippen flüsterte er in die tobende Menge hinein:

„Dieses Mal trifft der Betrug meinen eigenen Sohn…“

In diesem Moment wurde mir klar, dass meine Anwesenheit in dieser Arena kein Unfall war. Jemand im Palast hatte mich verraten. Und mein eigener Vater hatte das Todesurteil unterschrieben, ohne zu wissen, wen er in die Tiefe schickte.

Und mein eigener Vater hatte das Todesurteil unterschrieben, ohne zu wissen, wen er in die Tiefe schickte.