Verrat · Geschichte

Wie ein königlicher Verrat meinen eigenen Sohn in die tödliche Arena trieb

Wie ein königlicher Verrat meinen eigenen Sohn in die tödliche Arena trieb — Teil 2
Bild aus dem Originalvideo

Bisher geschehen: Als der König seinen eigenen Sohn in der Arena dem sicheren Tod geweiht sieht, bricht ein Netz aus Lügen zusammen – und ein dunkles Familiengeheimnis kommt ans Licht.

Der Schatten der Wahrheit

König Richard wollte die Hand heben, um das grausame Spektakel sofort abzubrechen, doch Thomas trat mit einem eisigen Lächeln an seine Seite. Er legte dem Herrscher eine Hand auf die Schulter und flüsterte Worte, die den König augenblicklich erstarren ließen. Es war eine Erpressung, die das gesamte Reich in den Abgrund stürzen konnte. Mein Vater stand machtlos da, während ich unten im Staub dem sicheren Tod ins Auge blickte.

Die Steinbestie holte zum finalen Schlag aus. Ihre kristallenen Klauen glühten in einem bedrohlichen Purpur. Ich schloss die Augen, bereit für das Ende. Doch statt des tödlichen Schmerzes hörte ich das Klirren von Stahl auf Stein. Ein ohrenbetäubender Schrei gellte durch die Arena, als das Monster zurückgewichen war.

Ich öffnete die Augen und sah eine Gestalt in einer pechschwarzen Rüstung vor mir stehen. Der Fremde hielt ein riesiges, runenverziertes Schwert, das das Sonnenlicht reflektierte. Mit flinken, fast tänzerischen Bewegungen wich der geheimnisvolle Retter den unbarmherzigen Angriffen der Bestie aus. Die Menge hielt den Atem an. Niemand wagte es, auch nur ein Wort zu sprechen.

Der schwarze Ritter drehte sich kurz zu mir um. Durch das Visier des Helms erklang eine Stimme, die mir durch Mark und Bein ging. Es war eine weibliche Stimme, vertraut und doch so unendlich fern:

„Steh auf, kleiner Bruder. Dein Kampf endet nicht heute.“

Bruder? Nein, es war meine Schwester, Helena! Die Erstgeborene, von der mein Vater behauptet hatte, sie sei vor zehn Jahren an einem Fieber gestorben. Sie war am Leben, und sie war gekommen, um mich zu retten. Doch ihre Anwesenheit bedeutete auch, dass die gesamte Geschichte unserer Familie auf einer gigantischen Lüge aufgebaut war. Helena parierte einen weiteren Schlag der Bestie und drängte sie mit einem gezielten Stoß zurück, während mein Vater von der Tribüne aus fassungslos auf die Arena starrte. Das Geheimnis, das er so lange vergraben hatte, lag nun offen vor den Augen des ganzen Volkes.

Das Geheimnis, das er so lange vergraben hatte, lag nun offen vor den Augen des ganzen Volkes.